Erbel + Bernsen Aktuell – Jahreswechsel

Steuerliche Folgen von Corona: Abgabefrist und Homeoffice

  • Als späte Folge von Corona wird die Abgabefrist für die Steuern 2022 generell bis zum 31.7.2024 verlängert. Wer allerdings befürchtet, wegen später Abgabe auf seine Steuernachzahlung obendrein noch Zinsen zahlen zu müssen, kann dies vermeiden, indem er im Mai oder Juni 2024 eine freiwillige Vorauszahlung beantragt und bezahlt oder indem er schon sehr früh die Steuererklärung einreicht.
  • Die wegen Corona eingeführte Homeoffice-Pauschale gibt es jetzt auf Dauer und sie wird verbessert: Wer zuhause arbeitet und nicht ins Büro fährt, kann dafür 6,00 € am Tag absetzen, bis zu 210 Tage, also maximal 1.260,00 € im Jahr. Es wird für einige noch besser: Wer gar kein Büro mit Schreibtisch beim Arbeitgeber hat (z.B. der Lehrer), kann das Homeoffice zusätzlich zur Fahrt zur Arbeit absetzen. Besonders erfreulich: Sie brauchen dazu kein Arbeitszimmer mehr – es genügt eine Arbeitsecke. Und Selbständige müssen für das häusliche Arbeiten keine Nachversteuerung mehr befürchten. Lesen Sie mehr dazu auf unserer Website hier oder fragen Sie uns, wie auch Sie davon profitieren können.

Neues Wachstumsbeschleunigungsgesetz soll zum 1.1.2024 kommen

Und es sieht viele einzelne Verbesserungen vor – lesen Sie einige Beispiele:

  • Kleinunternehmer müssen keine Umsatzsteuererklärung mehr abgeben.
  • Die Sofortabschreibung für geringwertige Wirtschaftsgüter wird von 800,00 € auf 1.000,00 € erhöht. Wer sich also im Dezember einen betrieblichen Schreibtisch für 900,00 € zulegen möchte, sollte dies auf Januar verschieben, denn dann kann man diesen sofort abschreiben.
  • Senioren bekommen auf ihre Rente eine Steuerermäßigung und auf alle übrigen Einkünfte einen Altersentlastungsbetrag. Dieser Entlastungsbetrag wird seit 2005 jedes Jahr um 0,8 Prozentpunkte abgebaut, ab 2023 aber nur noch um 0,4 Prozentpunkte pro Jahr – also eine kleine, aber feine Entlastung für Rentner mit Nebenverdiensten.

Die Jagd geht weiter – auf Ferienwohnungsvermieter

Wie schon einmal von uns berichtet (siehe hier), geht die Steuerfahndung mit großem Personalaufgebot gegen die Ferienwohnungsvermieter vor. Dabei sind natürlich nur diejenigen davon betroffen, die bislang ihre Vermietungseinkünfte nicht oder nur unvollständig in ihren Steuererklärungen angegeben haben. Das gilt neben den klassischen Steuerarten – also Einkommensteuer, Umsatzsteuer und Gewerbesteuer – auch für die „City Tax“ (Übernachtungssteuer). Wer zu den Betroffenen gehört und ein Steuerstrafverfahren vermeiden will, bei dem ist jetzt Geschwindigkeit angesagt: Sie können mit einer strafbefreienden Selbstanzeige solange alles regeln, bis dem Finanzamt das Thema über die Abfragen bei den entsprechenden Portalen bekannt wird. Das betrifft nicht nur Airbnb, sondern auch andere Plattformen wie z.B. Wunderflat. Die Erfahrung zeigt, Airbnb-Vermieter werden zu 100 % „erwischt“! Sofern es Sie betrifft: Greifen Sie die Datei mit ihren Einnahmen und kommen Sie zu uns – jetzt.

Endlich noch ein Register – das Zuwendungsempfängerregister

Zum 1.1.2024 wird das Zuwendungsempfängerregister eingeführt. In diesem werden alle NPOs und NGOs erfasst – also Organisationen, die Spendenquittungen (Amtsdeutsch: Zuwendungsbestätigungen) ausstellen dürfen. Erfreulicherweise müssen diesmal die Daten (u.a. Name, Anschrift, steuerbegünstigter Zweck und Datum des letzten Freistellungsbescheides) nicht von den Organisationen geliefert werden, sondern die Daten werden vom Finanzamt an das Bundeszentralamt für Steuern gemeldet. Obwohl wir selbstverständlich davon ausgehen, dass dieses Prozedere wie gewohnt pünktlich und fehlerfrei ablaufen wird, empfehlen wir allen unseren gemeinnützigen Mandanten, in den ersten Wochen des Jahres 2024 einen Blick in das neue Zuwendungsempfängerregister zu werfen, um die Richtigkeit der Daten zu überprüfen.

MoPeG – und noch ein Register

Am 1.1.2024 tritt das „Gesetz zur Modernisierung des Personengesellschaftsrechts“ in Kraft. Nach letztlich über 20 Jahren Diskussion werden vor allem die Vorschriften über die GbR modernisiert, indem die GbR als rechtsfähig anerkannt wird. Die neuen Regelungen trennen dabei zwischen einer rechtsfähigen und einer nicht-rechtsfähigen GbR. Die rechtsfähige GbR kann zukünftig in das neue Gesellschaftsregister eingetragen werden. Eine eingetragene GbR trägt dann den Zusatz eGbR – dies ist vor allem bei Kauf und Verkauf von Immobilien wichtig.

E-Rechnung ab 2025

Im Rahmen des Entwurfs des Wachstumschancengesetzes ist vorgesehen, dass alle Unternehmen ab dem 1.1.2025 elektronische Rechnungen ausstellen und empfangen können müssen. Papier- oder pdf-Rechnungen wären dann nicht mehr zulässig. Übergangsweise sollen Umsätze im Jahr 2025 und für kleinere Unternehmen auch Umsätze des Jahres 2026 noch in Papierform abgerechnet werden können, aber nur, wenn der Rechnungsempfänger dem zustimmt. Es gibt dennoch zwei gute Nachrichten: Bisher ist das Wachstumschancengesetz nur ein Entwurf und der Bundesrat hat bereits empfohlen, die Einführung um zwei Jahre zu verschieben.

Die SEPA-Lastschrift und ihre Tücken

Es gibt Dinge im Leben, die kommen immer zur Unzeit. In dem Fall wurde bei einem Mandanten der Einkommensteuerbescheid mit dem Hinweis erlassen, dass die fällige Nachzahlung von seinem Konto abgebucht wird. Zu seiner Überraschung erreicht ihn 6 Wochen später eine Kontenpfändung bezüglich dieser Nachzahlung. Was war passiert: Ein SEPA-Lastschriftmandat wird automatisch gelöscht, wenn es drei Jahre nicht genutzt wird. Das ist nicht nur bei den Finanzämtern so, sondern eine generelle Regelung. Im vorliegenden Fall liefen die 3 Jahre zwischen dem Datum des Steuerbescheides und der Fälligkeit ab. Es ist nicht wirklich nachvollziehbar, warum seitens des Finanzamtes keine Zahlungserinnerung erfolgte, aber leider war das so. Um derartige Überraschungen zu vermeiden, empfehlen wir, im Auge zu behalten, wann Ihre SEPA-Lastschriftmandate letztmalig genutzt wurden.

Zu guter Letzt möchten wir Sie auf ausgewählte Neuerungen in der Lohn- und Gehaltabrechnung hinweisen.
Diese finden Sie auf unserer Website hier.

 

Es gilt der Rechtsstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung.

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