Erbel + Bernsen Aktuell zur Lohn- und Gehaltsabrechnung: Jahreswechsel

Zum Jahreswechsel haben wir Ihnen Neuerungen zu ausgewählten Themen in der Lohn- und Gehaltsabrechnung zusammengefasst:

1. Erhöhung des Mindestlohns und der Verdienstgrenze für Minijobs

Der Mindestlohn steigt ab 01.01.2024 auf 12,41 € und ab 01.01.2025 dann auf 12,82 €. Die Erhöhung wirkt sich auch auf Minijobs aus, indem die Verdienstgrenzen für Minijobs dynamisch an den Mindestlohn angepasst werden. Im Jahr 2024 beträgt die Verdienstgrenze für Minijobs 538,00 € monatlich. Im Jahr 2025 steigt sie auf 556,00 € monatlich. Die maximale Arbeitszeit pro Monat bleibt bei 43 Stunden.

Bitte prüfen Sie Ihre Arbeitsverträge bezüglich der vereinbarten Stundenlöhne und Arbeitszeiten und passen diese gegebenenfalls an. Senden Sie uns bitte Ihre geänderten Arbeitsverträge oder Vereinbarungen zu, damit wir diese bei der Lohnabrechnung berücksichtigen können. Die wichtigsten Fragen und Antworten dazu finden Sie unter: https://magazin.minijob-zentrale.de/mindestlohn-minijob-2024/

2. Beschäftigung im Übergangsbereich – Midijob

Durch die Erhöhung der Minijob-Grenze von monatlich 520,00 € auf 538,00 € verschiebt sich auch die untere Verdienstgrenze für eine Beschäftigung im Übergangsbereich. Der Midijob beginnt ab 01.01.2024 bei einem Verdienst von 538,01 €. Die obere Midijob-Grenze verändert sich nicht und liegt weiterhin bei maximal 2.000,00 € monatlich. Zu beachten ist hierbei, dass bisherige Midijobs mit einem Verdienst zwischen 520,01 € und 538,00 € dann keine sozialversicherungspflichtigen Beschäftigungen mehr sind. Die Beschäftigten verlieren dadurch ihren Krankenversicherungsschutz, wenn der Verdienst nicht entsprechend erhöht wird. Eine Bestandsschutzregelung wie im Vorjahr ist nicht vorgesehen.

3. Pflege eines erkrankten Kindes und Kinderkrankengeld

Für die Jahre 2024 und 2025 wird der Anspruch auf Kinderkrankengeld bei Pflege eines erkrankten Kindes jeweils längstens für 15 Arbeitstage, für alleinerziehende Versicherte für 30 Tage festgesetzt. Das gilt für Kinder bis zu einem Alter von 12 Jahren. Zusätzlich besteht für gesetzlich versicherte Elternteile ein zeitlich befristeter Anspruch auf Kinderkrankengeld, wenn ihnen ihr Einkommen aufgrund der Betreuung des kranken Kindes ausfällt und sie die weiteren gesetzlichen Anspruchsvoraussetzungen erfüllen. Zu beachten sind dabei die Regelungen im Arbeitsvertrag, in der Betriebsvereinbarung oder im Tarifvertrag.

4. Verpflegungsmehraufwendungen – Inlandspauschalen

Die Verpflegungspauschalen werden für jeden Kalendertag, an dem die Arbeitnehmenden ohne Übernachtung mehr als 8 Stunden von der Wohnung und ersten Tätigkeitsstätte abwesend sind, von 14,00 € auf 16,00 € angehoben. Für den An- oder Abreisetag, wenn die Arbeitnehmenden außerhalb der Wohnung übernachten, werden die Verpflegungspauschalen ebenfalls von 14,00 € auf 16,00 € angehoben. Für jeden Kalendertag, an dem die Arbeitnehmenden 24 Stunden von der Wohnung und ersten Tätigkeitsstätte abwesend sind, werden die Verpflegungspauschalen von 28,00 € auf 32,00 € angehoben.

5. Betriebsveranstaltungen – Erhöhung des Freibetrages

Bisher waren die Zuwendungen bei einer Betriebsveranstaltung als Arbeitslohn zu erfassen und zu versteuern, wenn der Freibetrag von 110,00 € pro Teilnehmenden überschritten wurde. Dieser Freibetrag soll nach dem Entwurf des Wachstumschancengesetzes ab dem 01.01.2024 auf 150,00 € pro Teilnehmenden erhöht werden. Bei der Ermittlung der Aufwendungen sind alle Kosten einzubeziehen, die dem Unternehmen für die Veranstaltung berechnet werden. Maßgebend ist der Bruttobetrag (einschließlich Umsatzsteuer). Das Gesetz ist noch nicht verabschiedet, Änderungen sind daher noch möglich.

6. Inflationsausgleichsprämie

Es besteht noch bis zum 31.12.2024 die Möglichkeit, steuer- und sozialversicherungsfrei eine Inflationsausgleichsprämie bis zu 3.000,00 € insgesamt (Laufzeit seit 26.10.2022) an alle Beschäftigten auszuzahlen. Weitere Informationen dazu finden Sie auf unserer Website hier.

7. Kurzarbeitergeld

Der erleichterte Zugang zum Kurzarbeitergeld bestand bis zum 30.06.2023 und wurde nicht mehr verlängert. Einige Vorteile wie das erhöhte Kurzarbeitergeld, die Staffelung nach Bezugsmonaten und insbesondere die Erstattung der Sozialversicherungsbeiträge sind weggefallen. Aktuell muss mindestens ein Drittel der Beschäftigten von einem Arbeitsausfall von mehr als 10 % betroffen sein, um die Voraussetzungen zur Gewährung von Kurzarbeitergeld zu erfüllen. Eine Erstattung der Sozialversicherungsbeiträge ist nur noch in Zusammenhang mit einer geförderten Qualifizierungsmaßnahme für die Beschäftigten möglich. Der Arbeitgeber trägt allein die Sozialversicherungsbeiträge auf das Kurzarbeitergeld. Die gesetzliche Bezugsdauer für das Kurzarbeitergeld beträgt 12 Monate. Sie kann durch Rechtsverordnung des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales auf bis zu 24 Monate verlängert werden.

8. Mindestvergütung für Auszubildende

Die gesetzliche Mindestvergütung für Auszubildende wurde für die Zeit vom 01.01.2024 bis zum 31.12.2024 fortgeschrieben. Die Höhe der monatlichen Mindestvergütung für im Jahr 2024 begonnene Ausbildungsverhältnisse beträgt 649,00 € im ersten Lehrjahr, 766,00 € im zweiten Lehrjahr, 876,00 € im dritten und 909,00 € im vierten Lehrjahr. Der Fortschreibungsmechanismus (nach § 17 II BBiG), der eine jährliche Anpassung der Mindestvergütung vorsieht, greift zum 01.01.2024 erstmals ein. Unterhalb der gesetzlichen Mindestvergütung ist die Vergütung nicht angemessen, sodass der Ausbildungsvertrag nicht eingetragen werden kann.

9. Betriebsdatenpflege und Meldepflicht bei Änderungen

Die Betriebsdaten aller Arbeitgeber sind in der von allen Sozialversicherungsträgern genutzten Betriebsstättendatei der Bundesagentur für Arbeit gespeichert. Änderungen der Betriebsdaten müssen vom Arbeitgeber per elektronischer Datenübertragung unverzüglich gemeldet werden. Diese Datenübermittlung führen wir über die Entgeltabrechnungssysteme durch. Daher informieren Sie uns bitte über Änderungen folgender Betriebsdaten, die erstmals bei Vergabe Ihrer Betriebsnummer erhoben wurden:

  • Name und Anschrift des Betriebs
  • Beschäftigungsort
  • Wirtschaftszweig
  • Rechtsform des Betriebs
  • Unternehmensnummer der Berufsgenossenschaft
  • Name, Bezeichnung und Anschrift der "meldenden Stelle", falls vom Beschäftigungsbetrieb abweichend (Lohnbüro)
  • Ansprechpartner im Meldeverfahren (Name, Telefon, Fax, E-Mail) und Korrespondenzadresse (Lohnbüro)
  • besonderes Merkmal für bestimmte Betriebe: Kennzeichnung zu Sofortmeldepflicht, Insolvenzgeld oder U1

10. Künstlersozialabgabe

Wir möchten Sie daran erinnern, zu prüfen, ob Sie im Jahr 2023 Aufträge an Künstler oder Publizisten erteilt haben, die melde- und abgabepflichtig sind (Abgabefrist bis 31.03.2024). Weitere Informationen dazu finden Sie auf unserer Website hier.

 

Es gilt der Rechtsstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung.

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