Der Steuerschock für Rentner

Elfriede W. hielt ihren Steuerbescheid in der Hand und war fassungslos: Jahrelang hatte sie pünktlich ihre Steuern erklärt, jahrzehntelang hatte sie dabei jedes Jahr eine Erstattung vom Finanzamt bekommen. Und jetzt muss sie nachzahlen: über 1.000 € auf einen Schlag und noch zusätzlich Vorauszahlungen überweisen, alle 3 Monate. Das konnte doch nur ein Irrtum sein!

Leider nein und leider erleben wir das regelmäßig, nicht nur bei Elfriede W. (deren Namen wir frei erfunden haben), sondern bei allen Angestellten, die erstmals Rente bekommen. Kernpunkt dabei ist nicht mal die Höhe der Steuern, im Gegenteil: Die prozentuale Steuerbelastung ist bei Rentnern durch diverse Freibeträge in aller Regel erheblich niedriger als bei Angestellten. Der Teufel steckt in der Art der Besteuerung: Bei Angestellten wird die Lohnsteuer vor der Auszahlung abgezogen und wir merken das kaum. Hand aufs Herz: Wissen Sie, wieviel Lohnsteuer Sie letzten Monat bezahlt haben? Dazu müssten wir wohl alle erst einmal auf den Gehaltszettel schauen.

Ein Rentner hingegen weiß wie viel Steuern er zahlt, denn er bekommt seine Rente ohne jeglichen Steuerabzug ausbezahlt. Monate später muss er seine Rente dem Finanzamt angeben und dann – ggf. bis zu zwei Jahre nach der ersten Rentenzahlung – muss er auf einen Schlag die Steuern dafür nachzahlen!

Unser Tipp: Legen Sie am Anfang von jeder Rentenzahlung 20 % beiseite als Rücklage für mögliche Steuernachzahlungen (in der Hoffnung, dass es weniger sind).

Und auch Rentner können Steuern reduzieren – wie das geht, sagt Ihnen gerne

Ihr Team von Erbel + Bernsen

Es gilt der Rechtsstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung.

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